Aktuelles / News

Homeoffice in Spanien: Deutscher Job, spanischer Arbeitsplatz – was gilt?

Du möchtest deinen deutschen Job behalten und künftig dauerhaft aus Spanien arbeiten? Was nach maximaler Freiheit klingt, kann steuerliche, sozialversicherungsrechtliche und arbeitsrechtliche Folgen haben – und zwar nicht nur für dich, sondern auch für deinen Arbeitgeber.

Der entscheidende Punkt: Ein deutscher Arbeitsvertrag bedeutet nicht automatisch, dass auch bei einem dauerhaften Homeoffice in Spanien alles nach deutschem Recht und in Deutschland bleibt.

Nicht unbedingt.

Wenn dein Arbeitgeber dir Homeoffice ermöglicht, bedeutet das zunächst einmal nicht automatisch, dass du deinen Arbeitsplatz dauerhaft ins Ausland verlegen darfst.

Bevor du nach Spanien ziehst und einfach vom heimischen Schreibtisch weiterarbeitest, solltest du deshalb mit deinem Arbeitgeber klären, ob und unter welchen Bedingungen das möglich ist.

Denn aus einem deutschen Arbeitsverhältnis kann durch den dauerhaften Arbeitsplatz in Spanien eine grenzüberschreitende Beschäftigung werden.

Und damit können sich einige Dinge verändern.

Bei der Frage nach der Steuerpflicht fällt häufig sofort die sogenannte 183-Tage-Regel.

Sie ist wichtig – aber sie allein entscheidet nicht darüber, wo du steuerlich ansässig bist.

Wenn du deinen Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Spanien verlagerst, kann Spanien zu deinem steuerlichen Wohnsitz werden. Dabei spielen verschiedene persönliche und wirtschaftliche Umstände eine Rolle.

Zusätzlich muss geprüft werden, welchem Staat nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien das Besteuerungsrecht für dein Arbeitseinkommen zusteht.

Besonders wichtig ist dabei eine ganz einfache Frage:

Wo wird die Arbeit tatsächlich ausgeübt?

Wenn du dauerhaft an deinem Schreibtisch in Spanien sitzt und von dort für deinen deutschen Arbeitgeber arbeitest, sollte deshalb nicht einfach davon ausgegangen werden, dass dein Gehalt weiterhin ausschließlich in Deutschland versteuert wird.

Ein weiterer Punkt wird bei der Planung häufig übersehen: die Sozialversicherung.

Innerhalb der EU gelten besondere Regeln dafür, welchem Sozialversicherungssystem ein Arbeitnehmer zugeordnet wird.

Bei einer dauerhaften Tätigkeit aus Spanien kann deshalb die Frage entstehen, ob weiterhin die deutsche Sozialversicherung zuständig ist oder ob eine Absicherung über das spanische System erforderlich wird.

Für bestimmte grenzüberschreitende Homeoffice-Situationen gibt es Vereinbarungen und Ausnahmen. Ob diese im konkreten Fall greifen, hängt jedoch von den tatsächlichen Umständen ab.

Einfach weiter in Deutschland versichert zu bleiben, sollte deshalb nicht vorausgesetzt werden.

Und dann ist da noch dein Arbeitgeber

Die Sache betrifft nicht nur dich.

Auch für deinen deutschen Arbeitgeber kann dein Arbeitsplatz in Spanien Folgen haben.

Eine wichtige Frage lautet beispielsweise, ob durch deine Tätigkeit in Spanien eine Betriebsstätte des Unternehmens entstehen könnte.

Das passiert nicht automatisch, nur weil ein Mitarbeiter im Homeoffice arbeitet. Entscheidend können unter anderem deine Tätigkeit, deine Aufgaben, deine Befugnisse und die Bedeutung des Arbeitsplatzes für das Unternehmen sein.

Je nach Situation können daraus zusätzliche steuerliche und administrative Verpflichtungen für den Arbeitgeber in Spanien entstehen.

Das erklärt auch, warum manche Unternehmen dauerhaftes Arbeiten aus dem Ausland nicht erlauben oder nur nach einer vorherigen Prüfung genehmigen.

Was solltest du vor dem Umzug klären?

Wenn du deinen deutschen Job behalten und gleichzeitig deinen Lebensmittelpunkt nach Spanien verlegen möchtest, solltest du die wichtigsten Fragen vor dem Umzug klären.

Dazu gehören insbesondere:

  • Wo bist du steuerlich ansässig?
  • Wo muss dein Arbeitseinkommen versteuert werden?
  • Welches Sozialversicherungssystem ist zuständig?
  • Welche Auswirkungen hat der spanische Arbeitsplatz auf deinen Arbeitsvertrag?
  • Entstehen für deinen Arbeitgeber Pflichten in Spanien?
  • Welche Vereinbarungen müssen zwischen dir und deinem Arbeitgeber getroffen werden?

Unser Tipp

Nicht erst umziehen und anschließend klären.

Besprich dein Vorhaben möglichst frühzeitig mit deinem Arbeitgeber und lasse die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen für deinen konkreten Fall prüfen.

Denn: Homeoffice aus Spanien kann funktionieren. Aber es sollte nicht einfach als „deutscher Job mit spanischer Aussicht“ betrachtet werden.

Bei einem Umzug nach Spanien gibt es viele Themen, bei denen deutsche Gewohnheiten und spanische Regeln aufeinandertreffen.

Genau deshalb sammeln wir bei Mallorca-Wissen Wissen, Erfahrungen und praktische Informationen rund um das Leben in Spanien – verständlich erklärt und ohne unnötiges Fachchinesisch.

Du hast eine Frage zu diesem Thema? Schreib uns. Wir sammeln auch Fragen unserer Leser für zukünftige Beiträge.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche, rechtliche oder sozialversicherungsrechtliche Beratung. Die konkrete Beurteilung hängt immer von den persönlichen und beruflichen Umständen ab.